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Praxisforschung nutzen, politische Bildung weiterentwickeln – Ein Projekt von AdB und bap
Stocktaking-Study zur Gewinnung und Nutzbarmachung von empirischen Erkenntnissen für die politische Bildung in Deutschland
Welche Interessen bringen Teilnehmende der politischen Bildung mit? Welche Bildungsvoraussetzungen haben sie? Unter welchen Bedingungen nehmen sie Angebote der politischen Bildung wahr und wie urteilen sie über diese Angebote? Was nehmen sie daraus mit?

Politische Bildung, die für ihre Praxis Antworten auf solche und ähnliche Fragen sucht, sind oft auf eigene Beobachtungen und Umfragen angewiesen. Wer allgemeinere Aussagen, gar wissenschaftlich gestützte empirische Erkenntnisse sucht, hat es nicht leicht. Systematische, wissenschaftliche empirische Untersuchungen im Bereich der außerschulischen politischen Bildung sind rar. Vorhandene Studien findet man häufig verstreut und in ganz unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen von der Jugend- über die Bildungs- oder Politikforschung bis hin zur empirischen Sozialforschung.

Neues Projekt von AdB und bap
Der Bundesausschuss politische Bildung (bap) initiierte daher unter der Federführung des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB) ein Projekt, in dem gezielt und systematisch wissenschaftliches empirisches Material gesucht und analysiert wird.

Zunächst wurden dafür empirische Untersuchungen aus unterschiedlichen Forschungsfeldern zusammengetragen, die für die Praxis und die Konzepte politischer Bildung von Interesse sein könnten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Beiträge aus der Jugendforschung, der Erwachsenenbildung oder auch der Schulforschung. Die wenigsten Studien beziehen sich direkt auf die außerschulische politische Jugend- und Erwachsenenbildung. Viel häufiger sind interessante Erkenntnisse im Rahmen verwandter Fragestellungen zu finden, zum Beispiel zum politischen Interesse von Jugendlichen oder dem Weiterbildungsinteresse von Erwachsenen.

Frageinteresse wurde eingegrenzt
Um Erkenntnisse zu finden, die eine direkte Relevanz für die politische Bildung haben, musste der Kreis der gefundenen Untersuchungen ebenso eingegrenzt werden wie die Fragestellungen, unter der diese analysiert werden sollten. Die Fragen sollten sich an der Praxis ausrichten: Welche empirischen Erkenntnisse könnten potenziell interessant sein für die Träger und für die Konzeptionierung und Gestaltung der Praxis politischer Bildung?

In einem Workshop im Herbst 2009 wurde mit Experten/-innen und Praktiker/-innen der politischen Bildung eine Fragematrix erarbeitetet, mit deren Hilfe die gefundenen Quellen zurzeit gesichtet und verglichen werden: Gibt es Untersuchungen zu den Bildungsvoraussetzungen und Interessen der Teilnehmenden politischer Bildung? Können Rückschlüsse gezogen werden, unter welchen Bedingungen sie Angebote der politischen Bildung wahrnehmen? Gibt es Erkenntnisse, wie Teilenehmende über die Angebote urteilen und was sie daraus mitnehmen? Welche empirischen Erkenntnisse existieren zu den Ergebnissen und Effekten der Maßnahmen und welche Forschungsdesigns gibt es zur so genannten Wirkungsforschung?

Empirische Befunde, die für die politische Bildung interessant und für ihre konzeptionelle und praktische Weiterentwicklung hilfreich sein könnten, werden systematisch und übersichtlich aufbereitet. Es werden Erkenntnisse und Widersprüche dargestellt, aber auch weitergehende Fragen abgeleitet.

Breite Beteiligung erwünscht
Auch für diese Analyse und Auswertung der detailliert geprüften Studien werden die Erfahrungen von Trägern mit einbezogen werden. Dafür ist ein weiterer Workshop im September 2010 geplant. Im Dezember 2010 werden dann Wissenschafter, Praktiker und Politiker im Rahmen einer interdisziplinären Fachtagung die Ergebnisse diskutieren und Schlussfolgerungen für Praxis und Forschung ziehen. Auf der Basis der gefundenen empirischen Erkenntnisse und der Fachdiskussion möchte das Projekt überdies Qualitätsanforderungen und -bedingungen für eine Weiterentwicklung der Praxis politischer Bildung formulieren.

Das Projekt wird für den Bundesausschuss politische Bildung (bap) unter der Trägerschaft des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB) und der wissenschaftlichen Projektleitung von Dr. Helle Becker, Expertise & Kommunikation für Bildung in der Zeit vom 01.01.2009 bis 31.12. 2010 durchgeführt.

Kontakt und Informationen bei:
Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), Ina Bielenberg (Geschäftsführerin), Mühlendamm 3, 10178 Berlin, Tel.: 030-40040118, E-Mail: bielenberg@AdB.de

Dr. Helle Becker, Expertise & Kommunikation für Bildung, Heymannplatz 9, 45131 Essen, Tel.: 0201 – 261337, E-Mail: projekte@helle-becker.de


Präsentation der Zwischenergebnisse

Am 6. Juli 2010 wurden Zwischenergebnisse des Projektes im Rahmen der Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung  "Gesellschaftlicher Zusammenhalt im Fokus von Politik und politischer Bildung " in der Katholischen Akademie Berlin vorgestellt.
 
Programmflyer (pdf-Dokument, 72,95 KB)





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