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"Wirtschaft(-en) in gesellschaftlicher Verantwortung. Demokratie - Ökonomie - Politische Bildung"



Alles Geld verdampft - Finanzkrise in der Weltrisikogesellschaft

1973, im Jahr, als das Bretton-Woods-System zusammenbrach, ertüftelten die Ökonomen Black und Scholes eine nobelpreisgekrönte Formel, mit der sich Risiken „objektiv“ bewerten und in Waren verwandeln lassen. Dieses Modell, ohne das der Aufstieg des Finanzkapitalismus, dessen Krise längst die ganze Welt erschüttert, nicht denkbar gewesen wäre, steht exemplarisch für Versuche, die ungewisse Zukunft berechenbar zu machen. In seinem Essay erklärt Jakob Arnoldi präzise, welche wissenschaftlichen Modelle, politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Instrumente seit 1973 dazu geführt haben, die Grenze zwischen Investitionen und Glücksspiel zu verwischen - oder wie es ein Banker im Buch ausdrückt: „Mit Derivaten handeln ist, wie auf Pferde zu wetten.“

Jakob Arnoldi: Alles Geld verdampft - Finanzkrise in der Weltrisikogesellschaft. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann. edition suhrkamp 2590 2009, ISBN: 978-3-518-12590-8, 92 Seiten,  Preis: 10,00 Euro 


Nach der Krise

Das System, das unser ganzes Leben prägt, hat versagt. Die Krise ist inzwischen allgegenwärtig: eine Krise der Finanz, der Wirtschaft, der Politik, vor allem des Vertrauens. Wie geht es nach ihr weiter? Der Ökonom und ehemalige Chefredakteur der ZEIT Roger de Weck skizziert einen neuen Kapitalismus, der das Kapital nicht gegen die Arbeit ausspielt, der die Umwelt nicht dem Wachstum opfert und der den Staat in die Pflicht nimmt. Ein spannendes, leicht lesbares Buch über die Wirtschaft, ihre Irrungen, ihre Chancen - ein hochaktueller Essay. "Nach der Krise" bietet, was im Kapitalismus derzeit am meisten gefragt und am wenigsten angeboten wird: Orientierung in Zeiten der großen Unordnung.

Roger de Weck: Nach der Krise. Verlag: Nagel & Kimche, Zürich 2009, ISBN-13: 978-3-312-00454-6 | ISBN-10: 3-312-00454-3, 112 Seiten, Preis: 10 Euro


Privatisierung und Korruption
Zur Kriminologie von Globalisierung, Neoliberalismus und Finanzkrise

Am 15.9.2008 kollabierte mit der Investmentbank Lehman Brothers zugleich die letzte Großideologie des 20.Jahrhunderts: Der Neoliberalismus. In den zwei Jahren vor der Finanzkrise hatten die Manager von Lehman allein an Bonuszahlungen acht Milliarden US-Dollar kassiert –Belohnungen für jene „Finanzprodukte“, die in die Pleite führten, oder Schweigegeld? Heute werden die Billionenverluste der Finanzwirtschaft sozialisiert, die Profite aber bleiben privatisiert.
Wie –außer durch Korruption– lässt sich erklären, dass Medien und Politik dies alles propagierten und legalisierten? Enron, ComRoad, Andersen alias Accenture, Flowtex, Bertelsmann, Blackwater –die Machenschaften großer Firmen müssen heute auch aus kriminologischer Sicht analysiert werden. Die Privatisierung der öffentlichen Güter vom Wasser bis zur Bildung, selbst des Militärs, bedrohen uns weiterhin.

Elmar Altvater (u. a.): Privatisierung und Korruption: Kriminologie von Globalisierung, Neoliberalismus und Finanzkrise, Anders Verlag, Hamburg 2009, ISBN 978-3-939594-02-4, 124 Seiten, Preis: 14,80 Euro

Nachkrisenzeit

Nachkrisenzeit? Ist das Schlimmste schon überwunden oder steht uns  der ganz große Crash noch bevor? Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS) und Sonja Sagemeister, Wirtschaftsjournalistin ORF, wagen einen Blick in die Zukunft. Sie erklären, warum die Kinder der Weltelite in Zukunft nicht mehr in den USA, sondern aus Prestigegründen an Universitäten der Supermacht China studieren werden. Sie erläutern, warum Afrika von Selbstbedienungsladen zur neuen Boom-Region aufsteigen wird. Und sie sagen voraus, dass Deutschland in den kommenden 20 Jahren selbstzufrieden absteigen und am Ende nicht verstehen wird, wieso sein Nachbarland Polen so viel besser steht. 

Daniel Gros, Sonja Sagmeister: Nachkrisenzeit. ecowin Verlag, Salzburg 2010, ISBN 978-3-902404-84-236 Seiten, Preis: 21,50 Euro

Ethik der Banken

Dass die Finanzmärkte eine beachtliche ethische Herausforderung an die Marktteilnehmer, vor allem an die Finanzvermittler wie die Banken und Börsenmakler stellen, ist in den letzten Monaten für alle unübersehbar geworden. Wenn die Banken nicht mehr als Treuhänder ihrer Einlagen- und Investitionskunden handeln, sondern ausschließlich nach den Maximen ihrer eigenen Profitmaximierung, wenn sie nach wie vor Renditen von 25 Prozent und mehr anpeilen und ihre Vorstände und Mitarbeiter zu kurzfristigen, hochriskanten und gesamtwirtschaftlich ruinösen Investments antreiben, haben sie ihre ethischen Grundlagen verlassen und gefährden ihre eigenen Existenzvoraussetzungen. Noch schlimmer: Sie zerstören das, was ihre gesellschaftliche Bedeutung überhaupt ausmacht: Ihren "Credit", das Vertrauen und die Sicherheit der Bürger, die sich auf ihre Solidität verlassen haben.

Peter Koslowski: Ethik der Banken. Folgerungen aus der Finanzkrise. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2009, ISBN-10 3770547659, ISBN-13 9783770547654, 274 Seiten, Preis: 22,90 Euro


Flächenbrand

Eine globale Finanzkrise mit noch unabsehbaren Auswirkungen für Geldmärkte und Wirtschaft beherrscht die Schlagzeilen der nationalen und internationalen Presse. Auf höchster politischer Ebene werden hektisch Eindämmungsmaßnahmen beschlossen; schwindelerregende Summen sind zur Rettung angeschlagener Banken bereitgestellt. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger kam der Kollaps auf den Finanzmärkten überraschend; kaum jemand hatte bislang eine Vorstellung von den komplizierten, risikoreichen Mechanismen des globalen Geldmarktes - und von der Gier seiner Nutznießer. Wolfgang Münchau erklärt aus profunder Kenntnis der modernen Finanzmärkte allgemein verständlich die Ursachen und Folgen der Krise. Darüber hinaus bietet der Band kompakte Erläuterungen wichtiger Grundbegriffe und Zusammenhänge des Finanzwesens.

Wolfgang Münchau: Flächenbrand. Krise im Finanzsystem. bpb-Schriftenreihe, Bestellnummer 1746, Bonn 2009,  240 Seiten, Preis: 4,00 Euro 

Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa
 
Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa beschäftigt sich die soeben erschienene Ausgabe der Zeitschrift „Deutschland & Europa“, die von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) herausgegeben wird. In zehn Beiträgen werden Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen der Krise beleuchtet und auf die Rolle der Europäischen Union eingegangen. Den Krisen in Irland und Großbritannien sowie im östlichen Europa sind eigene Aufsätze gewidmet. Historische Bezüge, wie die Weltwirtschaftskrise von 1929 oder globale Aspekte, wie die Rolle des Internationalen Währungsfonds, vervollständigen das Heft. In einem exklusiven Aufsatz für diese Zeitschrift fordert der Vorsitzende des „Rats für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland“, Dr. Volker Hauff, Konsequenzen aus der Krise zu ziehen, die auch in den Augen der zukünftigen Generationen Bestand haben können. Jeder Beitrag enthält neben einer wissenschaftlichen Analyse ergänzendes Unterrichtsmaterial und weiterführende Literatur- und Internethinweise. Für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen ist die Veröffentlichung ebenso geeignet wie für Schülerinnen und Schüler insbesondere der Oberstufe.

 
Im Internet steht das Heft unter www.deutschlandundeuropa.de zum Download bereit. Die Druckfassung ist ebenfalls kostenlos und kann bestellt werden bei der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), Stafflenbergstr. 38, 70184 Stuttgart, Fax: 0711/164099-77, marketing@lpb.bwl.de, www.lpb-bw.de/shop

 





Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit