| Die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises deutscher
Bildungsstätten hat sich mit den Perspektiven der Tagungsförderung im
Jahr 2005 durch die Bundeszentrale für politische Bildung auseinander
gesetzt.
Sie stellt fest, dass die im Haushaltsplanentwurf der
Bundesregierung vorgesehene Reduzierung des Sachmitteletats der Behörde
um 5 Millionen € eine außerordentlich bedrohliche Einschränkung der
politischen Bildung auf Bundesebene bedeutet hätte und begrüßt, dass es
im Zuge der Haushaltsberatungen gelungen ist, diese massive Kürzung auf
2 Millionen € zu ermäßigen. Dessen ungeachtet bedeutet der drohende
Verlust an Sachmitteln in der verbleibenden Höhe einen herben
Rückschlag angesichts der wachsenden Anerkennung und Unterstützung der
Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung in den letzten Jahren.
Da keine Hoffnung mehr besteht, dass durch den Haushaltsgesetzgeber
der Etatansatz des laufenden Jahres für 2005 wieder hergestellt wird,
kommt der Verteilung der Kürzung eine entscheidende Rolle zu.
Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung hat die
Absicht geäußert, trotz der Flexibilisierung der beiden Titel die
Sachmittel der Bundeszentrale für politische Bildung in voller Höhe zu
erhalten und die Kürzung ausschließlich bei der Förderung der
Bildungsträger umzusetzen. Dies soll wegen der meist prekären Lage
möglichst unter Schonung von Trägern in den neuen Bundesländern, nach
Kriterien der Qualität sowie der Partei- bzw. Parteistiftungsnähe
erfolgen, d.h., die Förderkontingente der letzteren sollen in
besonderem Maß reduziert werden.
Die Realisierung dieser Ankündigung würde nach Auffassung der
Mitgliederversammlung des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten eine
höchst bedauerliche Spaltung zwischen der öffentlichen und freien
politischen Bildung auf Bundesebene, eine massive Bedrohung vieler
Bildungsträger und eine Entsolidarisierung zwischen den Trägern
bedeuten. Während die Kürzung der Förderung in der genannten Form zu
einer existentiellen Gefährdung von freien Trägern führen würde, könnte
die Bundeszentrale durch Verteilung der Einschränkung auf ihre
verschiedenen Arbeitsbereiche eine weiterhin qualifizierte Arbeit
leisten. Sie hätte mit über 16 Mio. € immer noch fast doppelt so viele
Mittel für ihre eigene politische Bildung zur Verfügung, als alle von
ihr geförderten freien Träger zusammen, die dann weiter knapp 9
Millionen € erhielten.
Die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises deutscher
Bildungsstätten fordert deshalb den Präsidenten der Bundeszentrale für
politische Bildung auf,
- alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die geförderten Träger von der
für 2005 absehbaren Kürzung in Höhe von 2 Millionen € auszunehmen,
- die Förderung der freien Träger weiterhin nach dem Prinzip der Gleichbehandlung vorzunehmen.
Der AdB wendet sich gegen die unterschiedliche politische und
fachliche Wertschätzung der politischen Bildungsarbeit der staatlichen
Zentralen, der parteinahen politischen Stiftungen und der freien
Träger, wie sie in der einseitigen Kürzungsabsicht zu Lasten der freien
Träger zum Ausdruck kommt.
Von der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises deutscher
Bildungsstätten am 25. November 2004 in Königswinter einstimmig
verabschiedet.
Download der Stellungnahme - pdf-Datei, 83 KB
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