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Pädagoginnen und Pädagogen aus dem AdB gewinnen neue Eindrücke zu non-formaler demokratischer Jugendbildungsbildungsarbeit in der Republik Karelien/Russland
5. - 10. Juli 2009
Ziel des diesjährigen AdB Fachkräfteaustausches mit Russland war, auf der Ebene der im AdB organisierten Bildungsstätten neue Kontakte zu Nichtregierungsorganisationen in Russland zu knüpfen. Diese sollten nicht in projektüberförderten Regionen Russlands aktiv sein und Jugendarbeit leisten, mit dem Ziel, Jugendliche zu befähigen, an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen teilzunehmen – so die Ausgangslage.

Ein weiterer zentraler Moment des Austausches war für den AdB die interkulturelle Qualifizierung und Zusammenführung von Fachkräften der politischen Bildung in der konkreten Begegnung mit russischen Kolleginnen und Kollegen.

Mit der Partnerorganisation „Doroga“, die in der Republik Karelien in der Jugendarbeit tätig ist, ist der AdB seit etwa zwei Jahren in Kontakt. Karelien ist weit von Moskau entfernt. „Doroga“ arbeitet seit 17 Jahren nach Auskunft des Gründers Denis Rogatkin, eines hauptberuflichen Mitarbeiters in einem Jugendzentrum in Petrosawodsk, unbehelligt von Leitlinien und Regulierungen staatlicher Politik im großen Einvernehmen mit der karelischen lokalen Regierung.

Während des Aufenthaltes hat die Gruppe eine intensive Einführung in die regionalen Trägerstrukturen sowie deren Arbeitsfelder erhalten, viele Bildungseinrichtungen besucht, die in verschiedenen Feldern der Jugendbildung aktiv sind: Medienarbeit, Freiwilligendienste/Bürgerengagement und -initiativen, Beschäftigungsförderung, demokratische Jugendbildung, kulturelle Jugendbildung und Jugendsozialarbeit.

Was bleibt?
Der Fachkräfteaustausch hat sich gelohnt: Es sind daraus bereits 4 Initiativprojekte für weitere Fachkräftemaßnahmen und Jugendbegegnungen entstanden, die ab 2010 von den beteiligten Bildungsstätten durchgeführt werden.
Wir haben einen ungewöhnlich detaillierten praktischen Einblick in die Arbeit der Organisationen erhalten und gleichzeitig ein erfrischend non-formales Programm erlebt, das auf die übliche Staffelübergabe von Funktionär an Funktionär komplett verzichtet hat.
Die deutsche Gruppe hat einen sehr offenen, kritikfreudigen und kritikfördernden Umgang mit Jugendlichen erlebt, der den Jugendlichen große Mitspracherechte und Gestaltungsmöglichkeiten einräumt.
Es ist klar, dass sich die Eindrücke aus Karelien nicht hundertprozentig auf die Gesamtsituation jugendpolitischer Bildungsarbeit in Russland übertragen lassen. Dies wurde von den karelischen Kolleginnen und Kollegen betont, die es gut verstanden, ihre Situation und Arbeit im Kontext der gesamtrussischen Jugendstrategie darzustellen und sich dort zu positionieren.

Ansprechpartner für den deutsch-russischen Fachkräfteaustausch im AdB ist Georg Pirker (AdB), Referent für Internationale Arbeit

Das Programm wird gefördert aus Mitteln der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.



Foto: Michael S. Rauscher
Auf dem Foto: v.l.n.r Pavel Sandberg, Gertrud Gandenberger, Michael S. Rauscher, Georg Pirker, Heinz Kordy, Sergej Kudriaschow, Olga Lobanowa, Alexander Blyshko, Katrin Zirkel, Svetlana Nachineeva.




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit