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Haustechniker trafen sich am 29. September - 2. Oktober 2009 im wannseeFORUM Berlin
Was tun, wenn die eigene Bildungsstätte ein Denkmal ist? Dieses war die zentrale Frage der diesjährigen Tagung für Haustechniker im AdB. Von den 19 Teilnehmern kamen acht aus Bildungsstätten, die entweder ein Baudenkmal oder gar ein Bau- und Gartendenkmal sind.
Einführend gab der ehemalige Berliner Landesdenkmalschützer Wolf-Borwin Wendland wichtige Hinweise und Informationen zur Denkmalpflege. Er machte deutlich, dass Denkmäler von Menschen geschaffen wurden und somit ein Recht auf Respekt und eine anständige Behandlung haben. Diese Haltung begründet letztlich die Pflege von Denkmälern, die drei Aufgaben umfasst: das Halten, das Erhalten und die Inszenierung von Denkmälern. Ein Denkmal muss als solches ersichtlich sein, um sein Anliegen als Denkmal auch vermitteln zu können.

Was diese Aufgabenstellung für die „Denkmal-Bildungsstätten“ konkret bedeutet, konnten die Teilnehmer anhand der denkmalgerechten Sanierungsarbeiten im WannseeFORUM erfahren. Das Hauptgebäude, ein Landhaus im Stil märkischer Herrenhäuser, wurde Anfang des 20.Jahrhunderts errichtet und ist seit 1995 zusammen mit dem Nebengebäude Baudenkmal. Neben der Sanierung der Außenhaut wurden im Innern der Gebäude umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde vorgenommen. Die kommissarische Leiterin des Hauses, Gaby Naundorf betonte die gute Zusammenarbeit mit der Behörde, die grundlegend sei für die Wiederherstellung des Denkmalcharakters und dessen „Inszenierung“.

Einige Teilnehmer stellten ihre denkmalgeschützte Einrichtung vor und erläuterten anhand von Fotos Probleme, aber auch Chancen, die sich aus dem Denkmal-Status ergeben. Eine Bildungsstätte, die in einem Schloss untergebracht ist, hat große Schwierigkeiten, notwendige Nebengebäude im Gartenbereich zu errichten, da die Denkmalbehörde schwer zu realisierende Vorstellungen hat. Ein altes Herrenhaus ist bereits vor einigen Jahren wieder hergerichtet worden, weist inzwischen aber eine Reihe von Schäden auf, die im Einvernehmen mit der Denkmalbehörde beseitigt werden müssen. Eine im Bauhaustil errichtete Bildungsstätte wurde aufwendig saniert und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege der Innenbereich wieder stilgetreu hergestellt.

Im Verlauf der Tagung wurden aufgrund der Beispiele Handlungsempfehlungen der Haustechniker zum Erhalt von Denkmal-Bildungsstätten formuliert: Unerlässlich ist ein ständiger Kontakt mit der Denkmalbehörde, der über die punktuelle Zusammenarbeit bei konkreten Vorhaben hinausgeht. Ebenso sollten Architekten und Handwerksbetriebe für die Ausführung von Arbeiten an denkmalrelevanten Arbeiten nach denkmal-fachlicher Kompetenz ausgewählt werden. Ohne deren Rat sollten auch keine eigenen Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Neben der Befassung mit Baudenkmälern informierten sich die Haustechniker im neu errichteten Stiftungshaus der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte über das dort angewandte innovative und nachhaltige Energiekonzept. Die Wärme von Menschen und Computern wird zusammen mit wassergekühlten Hochleistungswärmetauschern zur Kühlung des Gebäudes genutzt und somit nur ein geringer Energieaufwand durch das örtliche Fernwärmenetz nötig.

Für den wichtigen Erfahrungsaustausch der Kollegen untereinander zum Denkmalschutz und weiteren Themen bot auch die diesjährige Tagung ausreichend Raum.




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit