| Die sich der Jahrestagung anschließende Mitgliederversammlung beschloss nach einem längeren Diskussionsprozess eine Stellungnahme zum AdB-Jahresthema 2009, die unter dem Titel „Zukunft hat Herkunft - politische Bildung gestaltet Demokratie“ die AdB-Position zu grundsätzlichen und aktuellen Aufgaben historisch-politischer Bildung zum Ausdruck bringt.
Politische Bildung beziehe ihren Auftrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte vor allem von den „Tiefpunkten“ deutscher Geschichte wie der NS-Terrorherrschaft. Nach dem Erfolg der friedlichen Revolution vor zwanzig Jahren sei aber auch die Auseinandersetzung mit der SED-Herrschaft in der DDR ein weiterer Schwerpunkt. Für die Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes müssten veränderte Voraussetzungen bedacht werden, zu denen die sich durch Migration weiter ausdifferenzierende globale Gesellschaft ebenso zählt wie der absehbare Verlust von Zeitzeugen, der durch ein differenziertes Methodenangebot ausgeglichen werden müsse. Auch die Prägung des Kommunikationsverhaltens und der Lernkultur durch die neuen Medien haben Auswirkungen auf die historisch-politische Bildung und sollten kritisch reflektiert genutzt werden. Nicht zuletzt eröffnet die europäische und internationale Dimension politischer Bildung die Chance, unterschiedliche Perspektiven herauszuarbeiten und ein gemeinsames Verstehen zu entwickeln.
Der AdB- Vorsitzende Peter Ogrzall, wies darauf hin, dass die Situation der politischen Bildung nicht zuletzt durch die Finanzkrise schwieriger geworden sei, weil die Zweifel der Menschen an Politik und an den demokratischen Institutionen und Regelungen wachsen. Der AdB-Vorstand schlug deshalb vor, das man sich im Bundesausschuss Politische Bildung möglichst zeitnah zu den Herausforderungen der Finanzkrise für die politische Bildung äußern solle. Den Wortlaut der Stellungnahme finden sie hier.
Die Mitgliederversammlung nahm drei neue Mitgliederauf: Dr. Lutz Brangsch für die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Thomas Ritschel für die Weimar-Jena-Akademie - Verein für Bildung und Gerhardt Thiel für das Seminar- und Tagungshaus „Die Freudenburg“ in Bassum/Diepholz, als assoziiertes Mitglied.
Birgit Ackermeier, Gesamteuropäisches Studienwerk Vlotho, und Martin Westphal, Bildungshaus Zeppelin, wurden zu neuen Kassenprüferngewählt. Ihre Stellvertreter/-in wurden Frank Bobran, Tagungshaus Bredbeck, und Ina Notteboom, Heimvolkshochschule Haus Neuland, Bielefeld.
Ingrid Ambos vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, Bonn, stellte Ergebnisse der Verbundstatistik vor. Zusammen mit Bernd Vaupel, der den AdB in der verbandsübergreifenden Steuerungsgruppe des DIE zur Statistik vertritt, appellierte sie an die Mitglieder, sich mehr als bisher an der Statistik zu beteiligen
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Handhabung der Richtlinien der Bundeszentrale für politische Bildung, zu der eine Kommission des AdB einige Überlegungen angestellt hatte. Hanne Wurzel, Leiterin des Förderbereichs bei der Bundeszentrale für politische Bildung, nahm Stellung zu den Fragen, die auf die Flexibilisierung von Seminarzeiten, die Ermöglichung neuer Formate politischer Bildung, die Aufhebung örtlicher Begrenzungen bei Europaseminaren und die Anhebung von Förderungssätzen vor allem bei Teilnehmern zielten, die nur über ein geringes Einkommen verfügen.
Der Austausch der Mitglieder über die Situation der außerschulischen Bildung in den Bundesländern zeigte, dass die Förderung dieses Bereichs weitgehend stagniert und sich in einigen Ländern die Forderung nach Zertifizierung der Einrichtungen als Voraussetzung für die Inanspruchnahme öffentlicher Mittel durchsetzt. Das Thema Rechtsextremismus beschäftigt zunehmend insbesondere die Träger politischer Jugendbildung.
Die Mitgliederversammlung wurde auf Anregung der Gender Mainstreaming-Steuerungsgruppe des AdB vom Genderbüro Berlin beobachtet, um Impulse und konkrete Vorschläge für die weitere Umsetzung von Gender Mainstreaming auf Folgeveranstaltungen geben zu können.
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